Epigenetik

Die Macht der Umwelt auf unsere Gene.

Epigenetik bedeutet, das stärkere oder schwächere Ablesen von Genen, durch molekulare Mechanismen, ohne die Veränderung des Gen-Materials.

 Obwohl in Deutschland und anderen Industrienationen Millionen von Steuergeldern in den vergangenen Jahren zur Verfügung gestellt wurden, um Hinweise auf das Erbgut und die Gene im Zusammenhang mit Krankheiten wie Krebs zu finden, sind bislang nur einige wenige Gene wie z. B. die Brustkrebsgene BRCA1 & BRCA2 als Risiko-Gene identifiziert worden.
 Und trotz des enormen Datenberges, der zusammengetragen worden ist, spüren die Genjäger offenbar Phänomenen nach, denn die genetische Anfälligkeit für Krebs wird wohl überschätzt. Immer mehr Studien kommen zu dem Schluss, dass die Umwelt weitaus wichtiger ist.

Die beiden Forscher Moshe Szyf und Michael Meaney bezweifelten dies, indem sie sich fragten, warum Gelassenheit bei Mäusen, durch das Austauschen der Ursprungsfamilie, bei den Nachkommen veränderbar war. In Modellen wurde damals gezeigt, dass Maus-Babys die bei einer fürsorglichen, liebevollen Mutter ausgewachsen sind, sich gleichermaßen um ihre Nachkommenschaft gekümmert hatten. Während Maus-Kinder, die bei gestressten, traumatisierten Mäusen groß wurden, ebenfalls ihre Nachkommenschaft vernachlässigten. Als man allerdings die gestressten Maus-Babys aus ihren Ursprungsverhalten rausnahm und sie zu den fürsorglichen, gelassenen Müttern gab, änderten diese bei ihrer Nachkommenschaft ihr Verhalten zum positiven und waren demnach auch gelassener und fürsorglicher.

Danach untersuchten sie in Experimenten an Laborratten tatsächlich nach, dass traumatische Erlebnisse das Erbgut chemisch markieren können. Dazu untersuchten sie das Gen für einen Rezeptor, der im Gehirn Stresshormone abbaut und einem hilft, Stress zu verarbeiten dabei ruhig und gelassen auf Stress-Faktoren zu reagieren, die Fähigkeit zur Resilienz.

Der Lebensstil verändert die Biologie

“Die neuere Forschung legt nahe, dass diese Gene wahrscheinlich gar nicht existieren oder, wenn sie es denn doch tun, dass sie wahrscheinlich keinen nennenswerten Einfluss auf die Häufigkeit von Krebs haben. Die Neurowissenschaftlerin und Epigenetikerin Mansuy erforscht dabei auch die Auswirkungen von Traumata auf die Nachkommenschaft. Dabei werden im Tiermodell untersucht welche Substanzen im Spiel sind und welche Mechanismen einsetzen, wenn Mäuse an Traumata oder Depressionen leiden.

Viele dieser Ergebnisse erklären, warum traumatische Erlebnisse in der frühen Kindheitserfahrung auch erst Jahrzehnte später mit einer erhöhten Anfälligkeit für psychische Leiden in Zusammenhang stehen können. Und sie räumen mit liebgewordenen Vorstellungen, dass alles vererbt wird, auf: Es ist nicht nur wichtig, was mit den Genen vererbt wurde. Es kommt auch darauf an, welchen Faktoren die Gene ausgesetzt werden, wie sie geprägt werden.

Damit kommen immer mehr Studien zu dem Schluss, dass der Lebensstil die Biologie verändert.

 Ganz eindeutige Anzeichen gibt es dafür, das ständiger Stress, Drogen und Umweltgiftspuren im Erbgut hinterlassen. Bei den Nervenzellen können Sie sowohl Autismus, Angststörungen, Depressionen und Demenz verursachen. Und obwohl Naturwissenschaftler und Philosophen lange darüber gestritten haben, was die Menschen nun stärker prägt: ob seine Natur oder äußere Umwelteinflüsse, versöhnen neue wissenschaftliche Befunde die beiden Lager. Gene und Umwelt gehen miteinander Hand in Hand und wirken stets im Zusammenspiel.
Körperliche Aktivität, Ernährung, zwischenmenschliche Beziehungen und soziale Faktoren prägen das Erbgut. Nun das sind alles Ansätze, denen wir nicht ganz machtlos gegenüber stehen und direkten Einfluss darauf nehmen können. Nur spielen hier natürlich auch die Macht der Gewohnheit, die Prägung und die Selbstwahrnehmung auch eine entscheidende Rolle. Denn vielen von uns ist noch nicht einmal bewusst, wie und ob man überhaupt gestresst ist.

Wir fassen zusammen um die Zusammenhänge, die wissenschaftlich unbestritten sind:


Keinen Einfluss haben wir auf epigenetische Prägungen im Mutterleib, und auch nicht auf die veränderten Genschnipsel der Spermien unserer gestressten Väter. Des Weiteren haben wir keinen Einfluss auf traumatische Erlebnisse, allerdings zu einem gewissen Teil einen Einfluss darauf, wie wir mit traumatisierenden Erlebnissen danach umgehen, und insgesamt an unserer Resilienzfähigkeit arbeiten, wie es mit Hilfe von Yoga, Achtsamkeit oder Meditation, oder der positiven Psychologie üblich ist.
 
Sehr wohl haben wir aber einen Einfluss auf eigenetische Effekte durch unsere Ernährung, Sport und durch die Macht unsere Gedanken.

Dabei sind die äußeren Einflüsse maßgeblich entscheidend, was in unserem Inneren vor sich geht. Wenn man mit Hilfe von positiver Psychologie, Gedankenkontrolle mit Hilfe von Achtsamkeit und Meditation einen positiven Einfluss auf unsere Gedanken nimmt, schüttet man natürlich auch begünstigende Hormone aus, die diversen Stress-Hormonen entgegenwirken können. Eine grundsätzlich dankbare und wertschätzende Wesenshaltung wirkt somit auch auf unsere Gene und unsere Gesundheit, sowie auf unsere Resilienzfähigkeit.

Lange wurde schon die Macht unserer Gedanken auf unser Wohlbefinden unterschätzt und die moderne Hirnforschung zeigt auch in diversen Experimenten, wie sich sogar Veränderungen in unserer Hirnaktivitäten und Hirnmassen verändern können.

Dabei spielt für unser Gehirn weniger die Rolle, ob die Gesamtsituation im Außen in der Realität positiv ist, oder ob unsere Gedanken nur zur vorherrschenden Realität positiv gestimmt ist. Um ein konkretes Beispiel zu nennen, auch wenn man sich nur soweit in einen Horror-Film vertieft, obwohl an selber nicht einer angespannten Situation ausgesetzt ist, schüttet das Gehirn die gleichen Hormone aus, als wäre man selbst in der Situation. Nur eben in einem anderen Maß. Und somit erzeugt es eine innere Realität, die weniger günstig für uns ist. Dieses gilt auch für viele andere Szenarien im außen, sieht man sich gegenüber vielen Dingen im Alltag bzw. In der Außenumgebung als eher negativ eingestellt, entsteht auch eine innere stressauslösende Realität, die wiederum ungünstige Eigentische Effekte auslösen kann.

 Leider klingt all dies etwas trivialer, als es ist, denn viele unserer Gedankenprozesse laufen unterbewusst und mehr oder weniger unkontrolliert ab. Denn das Gehirn ist wie ein Muskel, trainierbar, bzw. konditionierbar in beide Richtungen. Meist ist man sich selbst gar nicht wirklich im Klaren darüber, welche unterschwelligen Eigenbotschaften sich man so selbst dauernd unbewusst zuflüstert.

Deswegen sind solche Seminarangebote mit erfahrenen Trainern auch mal wichtig um die Muskeln der Wertschätzung und Gedankenkontrolle gezielt erfahren und zu üben. Bei Fragen wendet Euch an unser Team von LifeFokus, wir beraten Euch dazu gerne.

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